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Montag, 2. Februar 2009

Zum 100. Geburtstag von Simone Weil


Simone Weil wäre am 3. Februar hundert Jahre alt geworden. Leider starb diese großartige Denkerin schon im Alter von nur 34 Jahren. Aber sie hat zum Glück einiges höchst Lesenswerte hinterlassen: http://www.antjeschrupp.de/simone_weil.htm

Donnerstag, 29. Januar 2009

Was wäre wenn?

Wie wäre es, wenn wir uns eingestehen, dass unsere Ziele alles andere als klar sind? Sowohl die persönlichen, als auch die gesellschaftlichen oder politischen? Dass das Neue nicht dadurch in die Welt kommt, dass wir es erfinden, sondern dadurch, dass wir einen neuen Anfang setzen und das Risiko des Ungewissen eingehen?
http://www.antjeschrupp.de/neuanfang.htm

Samstag, 22. November 2008

Fremdheit als Erfahrungsraum

Muttersprache und koloniales Sprechen, die Bedeutung des Schweigens und die Chancen, die im Lernen einer fremden Sprache liegen - darum geht es in diesem Text der Diotima-Philosophin Elisabeth Jankowski, den ich ganz herzlich zur Lektüre empfehle: http://www.bzw-weiterdenken.de/index.php?m=artikel&rub=3&tid=161

Donnerstag, 25. September 2008

Simone Weil und der Anarchismus

Im kommenden Jahr steht der 100. Geburtstag der französischen Philosophin Simone Weil an – Anlass genug, sich genauer mit dem Werk dieser ungewöhnlichen Denkerin zu beschäftigen. Mich interessiert als Politikwissenschaftlerin dabei besonders die Aktivistin und Anarchistin Weil, die in den meisten Veröffentlichungen etwas zu kurz kommt, in denen Weil vor allem als Mystikerin gewürdigt wird. Viele sehen in ihrer Lebensenwicklung einen „Bruch“ zwischen einer frühen, revolutionären Phase und ihrer späteren Hinwendung zum Christentum. Doch in gewisser Weise ist ihre Entwicklung kein Bruch, sondern eher eine Kontinuität. Ein guter Lektüretipp zu diesem Thema ist ein kürzlich erst ins Deutsche übersetzter Sammelband mit Aufsätzen und teilweise bis dahin unveröffentlichte Textdokumenten, die den Fokus auf Weils politischen Aktivismus und insbesondere ihre Verbindung zum gewerkschaftlich-anarchistischen Syndikalismus lenken Ich habe das Buch für das Internetforum http://www.bzw-weiterdenken.de/ rezensiert.

Den Text unter der Überschrift „Wenn Handeln unmöglich wird“ findet Ihr hier: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-7-149.htm

Mittwoch, 13. August 2008

Über das Müssen

In einem Internetforum fand ich kürzlich den Beitrag eines Bloggers namens „Franklin“, der sich über einen Vortrag lustig machte, in dem ich das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern bei der unbezahlten Fürsorgearbeit behandelt hatte. Er schrieb: „Frauen ziehen also immer noch den Kürzeren. Sie müssen sich um Kinder, Alte und Haushalt kümmern (die Haustiere hat sie dabei noch vergessen). Wer sagt eigentlich, dass sie müssen? Wer zwingt sie dazu? Das Patriarchat, verkörpert durch den Herrn und Gebieter daheim?“ Seither denke ich über das Müssen nach. Oder, um es in einem klassischen philosophischen Ausdruck zu formulieren, über die Pflicht. Was bedeutet es, etwas zu müssen?

Einen Artikel dazu habe ich für das Internetforum „beziehungsweise weiterdenken“ geschrieben, Ihr findet ihn unter: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-3-145.htm

Mittwoch, 11. Juni 2008

Zum 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir

Ihr freies Leben hat eine ganze Generation von Frauen inspiriert, aus den Beschränkungen von Haus und Heim auszubrechen, ihre Studie "Das andere Geschlecht" hat die Frauenbewegung der siebziger Jahre maßgeblich beeinflusst: In diesem Jahr jährte sich der Geburtstag von Simone de Beauvoir zum 100. Mal. Ein guter Anlass, an die französische Philosophin und Schriftstellerin zu erinnern und sie zu würdigen. Was war das Neue an Beauvoirs Denken in ihrer Zeit? Wie wurde es von der Frauenbewegung aufgegriffen und was hat es bewirkt? Was ist von ihrem Anliegen immer noch aktuell?
Vortrag von Antje Schrupp am Donnerstag, 19. Juni, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Leonberg (bei Stuttgart), Liststraße.

Mittwoch, 16. April 2008

Wie können wir dem Bösen begegnen?

In ihrem philosophischen Text "Verfluchen, beten, nicht fragen" denkt Annarosa Buttarelli über eine Praxis von Frauen nach, das Böse in seinen Tod zu begleiten, anstatt es mit der Kraft des Guten heilen zu wollen. Der Text stammt aus einem neuen Aufsatzband der Philosophinnengemeinschaft "Diotima" in Verona. Dorothee Markert hat ihn aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-3-106.htm

Freitag, 28. Dezember 2007

Brauchen wir "große Frauen"? zum 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir


Am 9. Januar ist der 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir. Sicher eine der wichtigsten Vordenkerinnen des Feminismus, aber vor allem war sie Philosophin (Mitbegründerin des Existenzialismus) und Schriftstellerin. Ihr freies Leben - ohne Heirat, ohne Kinder, Wohnen im Hotel, verschiedene Liebhaber - hat eine ganze Frauengeneration begeistert.

Die Frage ist aber, wie eine weibliche Geschichtsschreibung, eine weibliche Erinnerungskultur aussehen könnte. Brauchen wir "große" Frauen, so wie die männliche Geschichtsschreibung ihre "großen Männer" feiert? Sind Frauen in der bisherigen Historie einfach nur "vergessen" oder gar "unsichtbar gemacht" worden, oder stellt ihre Abwesenheit aus den traditionellen Geschichtsbüchern vielleicht einen Ausgangspunkt für ein ganz neues Verständnis von Geschichte dar?

Über den Sinn und Unsinn historischer Frauenforschung habe ich kürzlich einen Artikel geschrieben: http://www.antjeschrupp.de/grosse_Frauen_artikel.htm
Was beim feministischen Erinnern meiner Meinung nach vor allem wichtig ist, ist dass wir die Frauen früherer Zeiten nicht zu "Repräsentantinnen" ihres Geschlechtes erklären. Genau dieses Schicksal erfuhr nämlich Simone de Beauvoir: Nachdem sie "Das andere Geschlecht" geschrieben hatte, war sie plötzlich die "Frauen-Frau", nicht mehr die eigenständige Philosophin. Man interessierte sich mehr für ihr "unweibliches" Leben als für ihre Ideen. Wenigstens heute, 60 Jahre später, sollten wir an Beauvoir nicht als "eine von uns" erinnern, sondern als eine eigenwillige Denkerin, die eine Philosophie prägte, nämlich den Existenzialismus, die für das Denken der sexuellen Differenz einiges beizutragen hat, die aber auch zur Kritik und zum Widerspruch herausfordert. Denn eine lebendige Auseinandersetzung mit Denkerinnen vergangener Zeiten ist viel interessanter als eine platte Heldinnenverehrung.

Vorträge und Veranstaltungen von mir zum 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir gibt es:
- am Mittwoch, 9. Januar, in Frankfurt/Main (18 Uhr, Ev. Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15)
- am Donnerstag, 10. Januar, in Herford (19 Uhr, Kreishaus)
- am Montag, 28. Januar, in Aalen (19 Uhr, VHS)
- am Dienstag, 12. Feburar, in Detmold (19 Uhr, Café Schokolade, Marktplatz, Lange Str. 41)
- am Dienstag, 11. März, in Siegen (19.30 Uhr, Krönchen Center, Markt 25)
- am Montag, 28. April, in Schwäbisch-Gmünd (19.30 Uhr, VHS Gmünd, Münsterplatz 15)

Would be nice to meet you!

Montag, 20. August 2007

Ich will nicht die schönsten Sachen haben, sondern schöne!

Im Sommer war ich Wandern, unter anderem in Norditalien, und in unserer Ferienwohnung gab es einen Wanderführer mit dem Titel „Die 30 schönsten Wanderungen im Piemont“. Nun halte ich ja schön länger immer mal wieder Vorträge zum Thema Konkurrenz und war also gleich skeptisch: Vielleicht eignet sich der Piemont ja gar nicht zum Wandern und selbst die schönste Route führt nur über staubigen Dreck? Weil es hier überhaupt keine wirklich schönen Wanderstrecken gibt? Zum Glück war es so nicht. Aber trotzdem muss ich das mal klarstellen: Ich will nicht die schönsten Sachen haben, sondern schöne!

Um solche und weitere Gedanken zum Thema Konkurrenz, speziell auch Konkurrenz unter Frauen, geht es am Dienstag, 18. September, bei einem Vortrag bei der "Initiative Frauen, Leben und Arbeit in Mittelhessen" e.V., Altes Schloss, Brandplatz 2 (Netanya-Saal), 19 Uhr – vielleicht sieht man sich! Einen älteren Vortrag zum Thema könnt Ihr hier nachlesen: www.antjeschrupp.de/konkurrenz.htm.

Donnerstag, 9. August 2007

Der schwierige Umgang mit dem Bösen - und mögliche Wege des Guten

Dem Bösen etwas entgegen zu setzen, ist schwierig. Denn die Gefahr ist groß – das zeigt die Geschichte wie auch die gegenwärtige Politik – im Widerstand oder beim Kampf gegen das Böse selbst zu problematischen Mitteln zu greifen. Feministische Philosophinnen haben vorgeschlagen, das Böse nicht zu bekriegen, sondern ihm auf andere Weise zu begegnen: Verfluchen, Klagen, Beten, Weggehen sind einige Möglichkeiten. Was heißt das konkret im Hinblick auf den Alltag und auf ethische Anliegen? Und welche Möglichkeiten gibt es, das das Gute zu tun – wenn sich das Gute nicht negativ vom Bösen herleiten lässt?

Zu diesem Thema gibt es am Mittwoch, 22. August, um 19 Uhr eine Diskussion im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum in Frankfurt am Main (Saalgasse 15). Grundlage ist ein Vortrag, den ich vor einiger Zeit schon einmal gehalten habe, und den Ihr hier nachlesen könnt: http://www.antjeschrupp.de/das_boese.htm. Interessant dazu ist auch Hannah Arendts Abhandlung „Über das Böse“, die ich für die FR rezensiert habe: http://www.antjeschrupp.de/rez_arendt_das_boese.htm

Montag, 26. März 2007

Verschiedene Vorstellungen von politischer Praxis

Ich möchte euch auf einen neuen Text im Internet hinweisen - es ist die Übersetzung eines Textes der italienischen Diotima-Philosophin Chiara Zamboni ins Deutsche. Darin zeigt Zamboni an Beispielen, was in der italienischen Frauenbewegung unter einer Praxis verstanden wird. Sie kontrastiert dies mit dem Praxisverständnis angloamerikanischer feministischer Denkerinnen, die stark durch Foucault beeinflusst wurden.

http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-3-55.htm

Samstag, 6. Januar 2007

Neues Internetforum für Philosophie und Politik

Zum neuen Jahr haben wir im Internet ein neues Forum für Philosophie und Politik gestartet: „Beziehungsweise weiterdenken“ ist der Titel, http://www.bzw-weiterdenken.de/ die Internetadresse.

Wir wollen hier feministische Denkrichtungen und Initiativen ins – gerne auch kontroverse – Gespräch bringen. Eine festgelegte inhaltliche Ausrichtung gibt es nicht, und kann es ja auch nicht geben, wenn freies Denken möglich sein soll. Trotzdem ist die Seite nicht beliebig. Wir organisieren uns über die Beziehung, das heißt, es arbeiten Frauen mit (in der Redaktion sind wir derzeit zu siebt, aber demnächst kommen wahrscheinlich noch drei oder vier dazu), die sich persönlich kennen und schätzen und einander vertrauen. Und auf diese Weise soll der Kreis wachsen, aber nicht uferlos, sondern eben gegründet auf Beziehungen (was ja eine alte Praxis der Frauenbewegung ist). Die Initiative zu dem Projekt ging von Christel Göttert aus (der Verlegerin), mit dabei ist zum Beispiel auch Dorothee Markert (die Autorin).

Für die Startausgabe haben wir Autorinnen angefragt, die wir für ihr originelles Denken und ihr Engagement kennen und schätzen, und viele haben spontan mitgemacht, zum Beispiel Ina Praetorius, Ursula Knecht-Kayser, Andrea Günter, Theresia Wintergerst, Brigitte Voykowitsch und viele andere. Das Thema, zu dem sie beigetragen haben, lautet: „Für eine Politik der Beziehungen“ (direkt weiterlesen: www.bzw-online.de/artikel-1-32.htm)

Außerdem möchten wir auf der Seite auch interessante Texte aus der internationalen Frauenbewegung übersetzen und damit für die deutsche Diskussion zugänglich machen. Für den Anfang gibt es zwei auf deutsch übersetzte Texte von Luisa Muraro (zum Beispiel über „Die Entdeckung der Freiheit als religiöse Freiheit“: www.bzw-online.de/artikel-8-22.htm sowie eine Übersetzung aus der aktuellen Via Dogana, der Zeitung des Mailänder Frauenbuchladens (zum Thema „Öffentliche Sphäre“: www.bzw-online.de/artikel-2-8.htm).

Die Seiten sind so aufgebaut, dass Ihr entweder nach Rubriken (Politik, Philosophie, Gesellschaft, Lyrik, Bücher etc.) suchen könnt, oder über den Link „Themen“ auf Artikel verwiesen werdet, die sich jeweils mit einem bestimmten Thema befassen. Oder ihr klickt den Link „Autorinnen“ an und findet darauf Kurzbiografien von der jeweiligen Frau und Verweise zu allen Artikeln, die sie auf http://www.bzw-weiterdenken.de/ bereits veröffentlicht hat.

Die Sache mit den „Beziehungen“ als Organisationsform bedeutet im Übrigen nicht, dass es sich irgendwie um einen geschlossenen Zirkel von Eingeweihten handelt oder so. Das Entscheidende ist vielmehr das eigene Begehren, sich zu diesem Projekt in eine Beziehung setzen zu wollen. Jede, die will, kann also gerne mitarbeiten, eigene Texte schreiben, Bücher vorstellen, Termine bekannt machen und so weiter. Es genügt, mit einer der Redakteurinnen (zum Beispiel mit mir) Kontakt aufzunehmen – und schon sind wir im Gespräch. Wir freuen und auf eure Gedanken und Vorschläge und Anregungen!

Übrigens freuen wir uns auch über Spenden. Zum Beispiel müssen wir noch die Kosten für das Redaktionssystem abzahlen, und wir würden für die Übersetzungsarbeit gerne Honorare bezahlen. Auch die Ausrichtung der Redaktionskonferenzen (ungefähr halbjährlich) kostet Geld, weil die Frauen aus ganz Deutschland anreisen. Wer uns finanziell unterstützen kann, findet alles Weitere unter www.bzw-online.de/help.php.

Und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim lesen und surfen und nachdenken – und vielleicht ja sogar mitdenken und selbst schreiben! Briefe und Kommentare und Meinungen zu den Beiträgen sind herzlich willkommen und werden jeweils unter dem entsprechenden Artikel veröffentlicht.