Montag, 28. Mai 2007

Das Ende der Piraten

Gestern abend war ich im Kino und finde, es muss unbedingt einen vierten Teil von Fluch der Karibik geben muss. Und zwar darum: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-9-78.htm

Mittwoch, 23. Mai 2007

"Elternzeit" ist "Mütterzeit"

Eine Super-Jubelmeldung war dass heute: Seit Einführung des "Elterngeldes" hat sich die Zahl der Väter, die "Elternzeit" nehmen, verdoppelt, meldet das Statistische Bundesamt - von 3,5 auf sagenhafte 7 Prozent! Und von diesen wunderbaren 7 Prozent nimmt die Hälfte nur die zwei "Vätermonate" in Anspruch. Ich finde, wir sollten aus diesen Zahlen nun endlich die Konsequenz ziehen, und das "Elterngeld" als das benennen, was es ist: "Müttergeld". Denn der geschlechtsneutralisierende Neusprech verschleiert die Realität mehr, als er sie erhellt.

Freitag, 18. Mai 2007

Global mit Besen und Schrubber

Warum unsere Nachfrage nach cosmobilen Haushaltshilfen ein Politikum darstellt: Diesen Artikel von Maria S. Rerrich müsst Ihr unbedingt lesen - Le monde diplomatique, Mai 2007.
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2007/05/11.mondeText1.artikel,a0058.idx,13

Mittwoch, 16. Mai 2007

Was in "Methusalems Mütter" fehlt

Bei den Vorbereitungen für anstehende Vorträge über das Älterwerden habe ich ein Zitat von Carolyn Heilbrun wieder gefunden, auf das ich vor einigen Jahren schon einmal gestoßen war, das ich aber in meinem Buch "Methusalems Mütter" dummerweise gar nicht aufgeführt habe (diese blöde Vergesslichkeit!). Deshalb möchte ich es wenigstens auf diesem Weg noch verbreiten: „Für die meisten Frauen bedeutet das Alter, meist mit Hilfe anderer Frauen, die Ankunft jener Freiheit, die die Männer schon immer hatten, die Frauen dagegen nie, und zwar vor allem die Freiheit, nicht länger die Bedürfnisse der anderen erfüllen zu müssen und nicht länger das Frausein repräsentieren zu müssen. Ich glaube nicht, dass der Tod die Chance haben sollte, uns zu erwischen, wie wir es uns auf unseren Sofas bequem gemacht haben. Wir müssen vielmehr die Sicherheit und die Vorteile, die wir aufgrund unserer Position erreicht haben, nutzen, um Risiken einzugehen, um Krach zu schlagen, um mutig zu sein, um unbequem zu werden. Die alte Frau muss erst noch entdeckt werden hinter all den Masken, die ihr nach herkömmlicher Meinung das Recht vorenthalten, noch eine Frau genannt zu werden. Vielleicht ist sie dann zum ersten Mal wirklich eine Frau.“ Carolyn Heilbrun ist vielleicht besser bekannt unter ihrem Pseudonym Amanda Cross, unter dem sie sehr schöne Krimis geschrieben hat – ein echter Lesetipp sind die!

Gelegenheit zur Diskussion über das Älterwerden, den demografischen Wandel und so weiter gibt es am Dienstag, 22. Mai, um 20 Uhr in der Melanchthon-Akademie in Köln (Kartäuserwall 24b) sowie am Donnerstag, 31. Mai, um 19.30 Uhr in Herford (Kreishaus, Amtshausstr. 3). Und hier noch ein Tipp für alle, die dort nicht hinkommen können: Letztens hat mich zu dem Thema ein Redakteur des Bayerischen Rundfunks interviewt für eine Radiosendung zum Demografie, die möglicherweise am Sonntag, 3. Juni, um 22 Uhr in B2 gesendet wird (ansonsten irgendwann anders in der Sendung „Zündfunk“, die immer sonntags um diese Zeit läuft).

Freitag, 11. Mai 2007

G8 in Heiligendamm

Massenweise Razzien. Ein 12 Kilometer langer Zaun. 16.000 Polizisten. Kostenpunkt: Hundert Millionen Euro Steuergelder. Heiligendamm ist eine Festung.

Mir kam grade eine ketzerische Idee: Wie wär's wenn kein einziger Demonstrant, keine einzige Demonstrantin dort auftauchte? Wenn wir die Bilder verweigern, an denen sie sich in den Redaktionen und zuhause aufgeilen? Wenn wir sagen: Macht euren Scheiß alleine, bei euch ist eh Hopfen und Malz verloren?

Mir fällt ein Abschnitt aus dem schönen SciFi-Roman Winterplanet von Ursula K. Le Guin ein: Gegen etwas opponieren, bedeutet, es zu erhalten. Man sagt hier: "Alle Wege führen nach Mishnory". Doch wenn man Mishnory den Rücken kehrt und es verlässt, ist man ganz eindeutig immer noch auf dem Weg nach Mishnory. Gegen Vulgarität opponieren bedeutet unvermeidlich, selbst vulgär zu sein. Nein, man muss woanders hingehen; man muss sich ein anderes Ziel setzen. Dann beschreitet man einen anderen Weg."

Lassen wir sie doch mit ihren Ritualen allein. Gehen wir anderswo hin.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Wie wir in Zukunft arbeiten

In der aktuellen Ausgabe von http://www.brandeins.de/ gibt es einen interessanten Artikel über den Trend, Arbeitszeiten nicht mehr zu kontrollieren, sondern es den Angestellten selbst zu überlassen, wann und wo sie arbeiten (mit Mail und Handy kann man das ja von überall aus). "Große Freiheit" ist der Artikel überschrieben, und natürlich bedeutet es einen Gewinn an Freiheit, wenn ich nicht mehr jeden Tag acht Stunden am Schreibtisch sitzen muss, sondern arbeiten kann, wo und wann ich will. Natürlich muss die Arbeit geschafft werden - Ausreden, warum man was nicht geschafft hat, gelten nicht!
Wenn das so kommt (und der Trend dazu ist ja auch hierzulande längst unübersehbar) dann bedeutet das aber eine grundsätzliche Veränderung des Arbeitslebens. Im Prinzip ist es die Einführung der Akkordarbeit im Angestelltenleben. Nur die fittesten werden dann überleben, also die, die ihre Arbeit in relativ kurzer Zeit schaffen. Die Langsameren werden rausgekickt, oder sie müssen eben länger arbeiten, bis sie umfallen. Das heißt, es ist auch ein Programm zur Effizienzsteigerung: Acht Stunden am Schreibtisch sitzen reicht nicht mehr, es muss etwas geleistet werden. Im Prinzip ist das ja gut. Aber: Was passiert mit den Unfitten? Denen, die nicht aus Faulheit, sondern einfach so nicht schnell genug sind? Wer legt fest, wie viel Arbeit man an einem Tag schaffen muss? Es werden die Schnellsten und Besten sein, die hier das Maß vorgeben.
Deshalb muss eine solche totale Freiheit, die ich gut finde, auf der anderen Seite ein Grundeinkommen haben: Damit auch die Langsamen, die nicht so Smarten und Fitten, erstens Geld zum Leben haben und zweitens die Möglichkeit, vielleicht weniger zu arbeiten für entsprechend weniger Geld.

Sonntag, 22. April 2007

So ein Feminismus reicht nicht!

Gerade habe ich das neue Buch von Silvana Koch-Mehrin gelesen: „Schwestern. Streitschrift für einen neuen Feminismus“. Gut gemeint, aber viel zu kurz gesprungen! Denn Feminismus ist für mich viel mehr, als es den Frauen zu ermöglichen, sich mit voller Kraft in den Dienste der globalisierten Wirtschaft zu stellen. Meine Rezension von Koch-Mehrins Buch findet Ihr unter http://www.antjeschrupp.de/rez_koch-mehrin_schwestern.htm.

Auch ein neues Manuskript zum Thema Feminismus steht jetzt online – ein Vortrag zum 10. Jubiläum der Gleichstellungsstelle im Landkreis München: www.antjeschrupp.de/gleichstellung_lk_muenchen.htm.

Zu all dem gibt es übrigens in nächster Zeit Gelegenheit zum direkten Austausch:
- am Dienstag, 24. April, in Unna zum Thema „Frauen zurück an den Herd? Zukunft des Feminismus“ (19.30 Uhr, Kaminraum an der Paul-Gerhardt-Kirche in Unna-Königsborn, Fliederstr. 16),
- am Mittwoch, 25. April, in München zum Thema „Was ist weiblich?“ (20 Uhr, Frauenstudien e.V., Baumstraße 8 Rückgebäude)
- am Dienstag, 15. Mai, in Villingen zum Thema „Lila Pause? Von wegen! Perspektiven einer Politik für Geschlechtergerechtigkeit“ (19 Uhr, Heinrich Böll-Stiftung, Café im Franziskanermuseum, Rietstraße).

Dienstag, 17. April 2007

Frauen in Pflegeberufen: Über 90 Prozent

Nach einer aktuellen Statistik (Statistisches Bundesamt Wiesbaden, 3. April 2007) sind in allen pflegenden Berufen Frauen deutlich in der Überzahl. Von den 4,3 Millionen Beschäftigten in Gesundheitsberufen waren 3,1 Millionen Frauen (das sind 72,3 Prozent) - und das, obwohl hier sogar noch die Ärzte und Ärztinnen mitgerechnet sind, die zu 60 Prozent Männer sind. Die meisten Berufe hatten einen Frauenanteil von deutlich über 80 Prozent, etwa 87,7 Prozent in der ambulanten Pflege.

Der Koran feministisch übersetzt

Die US-amerikanische Muslimin Laleh Bakhtiar hat den Koran aus dem Arabischen ins Englische neu übersetzt. Dabei hat sie versucht, patriarchale und frauenfeindliche Interpretationen und Übersetzungstraditionen zu verändern und in einem feministischen Sinne zu übersetztn - ähnlich wie das Bibelprojekt "Bibel in gerechter Sprache". Zum Beispiel hat sie das berüchtigte Verb "Schlagen" (in dem Vers, der Männern erlaubt, ihre Frauen zu schlagen) mit "fortgehen" übersetzt, ähnlich wie es auch schon das Kölner Zentrum für islamische Frauenforschung vorgeschlagen hat. In Deutschland ist die Übersetzung noch nicht verfügbar, aber dich denke, wir dürfen gespannt sein.

Freitag, 13. April 2007

Traumatisierungen zwischen Frauen und Männern

Eine spannende Debatte über die Frage, inwiefern der Separatismus bei Teilen der Frauenbewegung und die zuweilen pauschale Kritik an „den Männern“ zu Traumatisierungen im Verhältnis der Geschlechter geführt hat, die mit eine Ursache sein könnten für die ablehnende Haltung vieler gegenüber dem Feminismus, hat Dorothee Markert im Forum „beziehungsweise weiterdenken“ angestoßen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr da mal reinschaut und vielleicht mitdiskutiert – in Form von Leserinnenbriefen, Kommentaren etc.

Den Artikel von Dorothee Markert „Traumatisierungen zwischen Frauen und Männern“ findet Ihr unter http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-10-59.htm. Einen Beitrag von mir, der sich auf das Thema bezieht, heißt „Gute Erfahrungen sichtbar machen“ und steht hier: http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-2-61.htm

Montag, 26. März 2007

Verschiedene Vorstellungen von politischer Praxis

Ich möchte euch auf einen neuen Text im Internet hinweisen - es ist die Übersetzung eines Textes der italienischen Diotima-Philosophin Chiara Zamboni ins Deutsche. Darin zeigt Zamboni an Beispielen, was in der italienischen Frauenbewegung unter einer Praxis verstanden wird. Sie kontrastiert dies mit dem Praxisverständnis angloamerikanischer feministischer Denkerinnen, die stark durch Foucault beeinflusst wurden.

http://www.bzw-weiterdenken.de/artikel-3-55.htm

Dienstag, 20. März 2007

„Sex Wars“ – neuer Roman von Marge Piercy

Die amerikanische Science-Fiction-Autorin Marge Piercy, die sich eigentlich mit der fernen Zukunft beschäftigt, entdeckt in ihrem neuen Buch „Sex Wars“ die Vergangenheit als Gefilde „unbekannter Welten“. Und tatsächlich sieht es so aus, als sei der „Krieg der Geschlechter“ (oder auch der um die Sexualität – im Englischen ist das ja schön zweideutig) mindestens so spannend wie der „Krieg der Sterne“, auf den der Titel anspielt. Eine entscheidende Rolle spielt in der Geschichte Victoria Woodhull – sie ist neben der Frauenrechtlerin Elizabeth Cady-Stanton und dem puritanischen Kämpfer gegen sexuelle Freiheit, Anthony Comstock, eine der drei Hauptfiguren, die die Rahmenhandlung zu der Geschichte einer russisch-jüdischen Einwanderin im New York des 19. Jahrhunderts abgeben. Ich habe bisher erst ein paar Kapitel geschafft – aber die lasen sich sehr viel versprechend!

In diesem März bin auch ich viel in Sachen Victoria unterwegs. Zum Beispiel noch am Mittwoch, 21. März, um 20 Uhr in Steyr/Österreich, im Kulturzentrum, Färbergasse 5. Für alle, die nachlesen wollen, gibt es jetzt das (bebilderte) Manuskript meines Vortrages im Netz: www.victoriawoodhull.de/vortrag_maerz_2007.htm

Muss die Frauenbewegung zum Friseur?

Das Thema Frauenbewegung boomt ja nach wie vor auf allen Kanälen. Auf den vielen Seiten, die zum Beispiel die taz zum Internationalen Frauentag am 8. März dem Thema gewidmet hat, fand ich gleichwohl nicht viel Inspirierendes. Zum Beispiel ärgert es mich, wenn immer wieder behauptet wird, die Frauenbewegung sei tot und hätte – so schreibt es Heide Oestreich in ihrem Leitartikel – nur in den „akademischen Gefilden der Gender-Studies“ überlebt. Also ich mache andere Erfahrungen. Ziemlich problematisch finde ich auch, wenn Forderungen nach mehr Krippenplätzen und besseren Berufschancen neuerdings immer mit den Anforderungen „der Wirtschaft“ und ihrem Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften gerechtfertigt werden. Ist das ein Argument? Und last not least kann ich auch nicht mehr hören, dass die Frauenbewegung ein neues Image braucht – „den Kaftan ausziehen und zum Friseur gehen“ soll sie, meint etwa die Journalistin Susanne Klinger, die auch grade an einem Feminismus-Buch schreibt. Um dies und mehr und was davon zu halten ist wird es auch bei den anstehenden Veranstaltungen gehen, die in den nächsten Wochen auf meiner Agenda stehen:

- Was kommt nach der Gleichstellung? Vortrag zum 10. Jubiläum der Gleichstellungsstelle im Landkreis München, Freitag, 30. März, in Grünwald, Bavariafilmplatz 3, 17 Uhr
- Frauen und Konkurrenz. Vortrag bei der „Initiative Frauen, Leben und Arbeit in Mittelhessen“, Gießen, Dienstag, 17. April, 20 Uhr, Universität.
- Frauen zurück an den Herd? Zukunft des Feminismus, am Dienstag, 24. April, in Unna (genaue Uhrzeit und Ort stehen rechtzeitig auf meiner Internetseite, ebenso Infos zu den Veranstaltungen im Einzelnen: www.antjeschrupp.de/vortrag.htm.
- Was ist weiblich? Vortrag und Diskussion bei den Frauenstudien in München, Mittwoch, 25. April, 20 Uhr, Baumstraße 8.
- Mein Vortrag vom vergangenen Wochenende beim Studientag der Ev. Frauenverbände Bayerns steht im Internet unter www.antjeschrupp.de/wo_stehen_frauen_heute.htm
- Vorschau: am 28./29. April gibt es im Frauenzentrum Mainz ein Seminar zur weiblichen Ökonomie unter dem Titel „Frauen teilen die Welt anders“ mit u.a. Dorothee Markert, Claudia von Werlhof und mir, das ich euch jetzt schon empfehlen will – Näheres im nächsten Newsletter oder jetzt schon als Programmdownload auf meiner Website: www.antjeschrupp.de/FlyerFemPosmini.pdf

Samstag, 6. Januar 2007

Neues Internetforum für Philosophie und Politik

Zum neuen Jahr haben wir im Internet ein neues Forum für Philosophie und Politik gestartet: „Beziehungsweise weiterdenken“ ist der Titel, http://www.bzw-weiterdenken.de/ die Internetadresse.

Wir wollen hier feministische Denkrichtungen und Initiativen ins – gerne auch kontroverse – Gespräch bringen. Eine festgelegte inhaltliche Ausrichtung gibt es nicht, und kann es ja auch nicht geben, wenn freies Denken möglich sein soll. Trotzdem ist die Seite nicht beliebig. Wir organisieren uns über die Beziehung, das heißt, es arbeiten Frauen mit (in der Redaktion sind wir derzeit zu siebt, aber demnächst kommen wahrscheinlich noch drei oder vier dazu), die sich persönlich kennen und schätzen und einander vertrauen. Und auf diese Weise soll der Kreis wachsen, aber nicht uferlos, sondern eben gegründet auf Beziehungen (was ja eine alte Praxis der Frauenbewegung ist). Die Initiative zu dem Projekt ging von Christel Göttert aus (der Verlegerin), mit dabei ist zum Beispiel auch Dorothee Markert (die Autorin).

Für die Startausgabe haben wir Autorinnen angefragt, die wir für ihr originelles Denken und ihr Engagement kennen und schätzen, und viele haben spontan mitgemacht, zum Beispiel Ina Praetorius, Ursula Knecht-Kayser, Andrea Günter, Theresia Wintergerst, Brigitte Voykowitsch und viele andere. Das Thema, zu dem sie beigetragen haben, lautet: „Für eine Politik der Beziehungen“ (direkt weiterlesen: www.bzw-online.de/artikel-1-32.htm)

Außerdem möchten wir auf der Seite auch interessante Texte aus der internationalen Frauenbewegung übersetzen und damit für die deutsche Diskussion zugänglich machen. Für den Anfang gibt es zwei auf deutsch übersetzte Texte von Luisa Muraro (zum Beispiel über „Die Entdeckung der Freiheit als religiöse Freiheit“: www.bzw-online.de/artikel-8-22.htm sowie eine Übersetzung aus der aktuellen Via Dogana, der Zeitung des Mailänder Frauenbuchladens (zum Thema „Öffentliche Sphäre“: www.bzw-online.de/artikel-2-8.htm).

Die Seiten sind so aufgebaut, dass Ihr entweder nach Rubriken (Politik, Philosophie, Gesellschaft, Lyrik, Bücher etc.) suchen könnt, oder über den Link „Themen“ auf Artikel verwiesen werdet, die sich jeweils mit einem bestimmten Thema befassen. Oder ihr klickt den Link „Autorinnen“ an und findet darauf Kurzbiografien von der jeweiligen Frau und Verweise zu allen Artikeln, die sie auf http://www.bzw-weiterdenken.de/ bereits veröffentlicht hat.

Die Sache mit den „Beziehungen“ als Organisationsform bedeutet im Übrigen nicht, dass es sich irgendwie um einen geschlossenen Zirkel von Eingeweihten handelt oder so. Das Entscheidende ist vielmehr das eigene Begehren, sich zu diesem Projekt in eine Beziehung setzen zu wollen. Jede, die will, kann also gerne mitarbeiten, eigene Texte schreiben, Bücher vorstellen, Termine bekannt machen und so weiter. Es genügt, mit einer der Redakteurinnen (zum Beispiel mit mir) Kontakt aufzunehmen – und schon sind wir im Gespräch. Wir freuen und auf eure Gedanken und Vorschläge und Anregungen!

Übrigens freuen wir uns auch über Spenden. Zum Beispiel müssen wir noch die Kosten für das Redaktionssystem abzahlen, und wir würden für die Übersetzungsarbeit gerne Honorare bezahlen. Auch die Ausrichtung der Redaktionskonferenzen (ungefähr halbjährlich) kostet Geld, weil die Frauen aus ganz Deutschland anreisen. Wer uns finanziell unterstützen kann, findet alles Weitere unter www.bzw-online.de/help.php.

Und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim lesen und surfen und nachdenken – und vielleicht ja sogar mitdenken und selbst schreiben! Briefe und Kommentare und Meinungen zu den Beiträgen sind herzlich willkommen und werden jeweils unter dem entsprechenden Artikel veröffentlicht.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Zwangsheirat und Liebesehen

Ich empfehle wärmstens die Autobiografie von Ayaan Hirsi Ali "Mein Leben, meine Freiheit" (mehr). Bei der Lektüre ist mir klar geworden, was hierzulande an der Diskussion über Zwangsheirat (im Islam und andersw0) schief läuft: Die muslimischen Frauen, die wie Hirsi Ali gegen diese Praxis protestieren und sich wehren, tun das aus Liebe zur Freiheit. Statt in einer patriarchalen Ehe zu versauern wollen sie hinaus in die Welt: reisen, studieren, Politikerin werden. Ihr Protest trifft aber im Westen auf eine Kultur, die es immer noch, trotz aller Emanzipation, als höchste Lebensaufgabe einer Frau ansieht, den richtigen Mann fürs Leben zu finden. Den einen, der ihr Sinn und Halt und wasweissich geben soll - ein Blick in die nächstbeste Frauenzeitschrift reicht, um diese These zu belegen. Die Vorstellung, zwangsweise mit einem Mann verheiratet zu werden, den sie nicht liebt, erscheint da natürlich nicht nur als Unterdrückung, sondern als Horror, weil er dem weiblichen Wesen diametral entgegen gesetzt, das die Liebe zum (richtigen) Mann zum zentralen Lebensinhalt hat. Die Ablehnung der Zwangsehe ist dann aber nicht mehr, wie bei den Muslimas, Ausdruck der Liebe zur weiblichen Freiheit, sondern im Gegenteil Ausdruck von Unfreiheit: Das weibliche Begehren soll sich auf den Mann richten, nicht auf die Welt...

Donnerstag, 14. September 2006

Selbst Philip K. Dick konnte sich das nicht vorstellen...

Eben las ich die Kurzgeschichte "Gewisse Lebensformen" des genialen Science-Fiction-Autors Philip K. Dick - und musste wirklich schmunzeln. Diese Geschichte hat er 1953 geschrieben und sie ist in vielerlei Hinsicht visionär: Es gibt darin selbstregulierende Wärmesysteme in Häusern, so eine Art Internet, schlüssellose Türen mit biometrischer Personenerkennung und dergleichen mehr. Die Erde führt Kriege gegen alle möglichen Planeten, das heißt: Das Ganze spielt sehr weit in der Zukunft. Die Erde hat sich total verändert. Nur eine Veränderung konnte sich Dick damals noch überhaupt nicht vorstellen - dass Frauen Soldatinnen sein könnten. Das ist für ihn das Absurdeste überhaupt. Kein Vorwurf an Philip K. Dick. Wahrscheinlich war dieser Gedanke in den Fünfzigern eben genau das, absurd. Aber es zeigt eben doch, wie schnell sich die Realität ändern kann. Wir müssen es nur machen.

Sonntag, 10. September 2006

Evas Irrtümer

So, jetzt habe ich es gelesen, das Werk, das seit Wochen schon für Stürme im medialen Wasserglas sorgt. Es ist ein bisschen schwierig, ein Buch zu bewerten, über das man schon vor Erscheinen so viel Kritik und Häme gelesen hat. Und in der Tat ist das Pseudo-Skandal-Pamphletchen der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin Eva Herman ziemlich daneben. Eigentlich halte ich es gerne so, dass ich schlechte und nicht lesenswerte Bücher lieber gar nicht rezensiere, denn jede Rezension, auch ein Verriss, lenkt ja doch die Aufmerksamkeit darauf. Aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Und zwar deshalb, weil mir in dem ganzen Medienrummel ein paar ganz entscheidende Aspekte fehlen. Hier also, kurz gefasst, meine Übersicht über "Evas Irrtümer": www.antjeschrupp.de/rez_herman_das_eva-prinzip.htm

Sonntag, 27. August 2006

Freiheit und Gerechtigkeit

Zur Zeit gibt es eine merkwürdige Diskussion: Die CDU, heißt, setze auf Freiheit, die SPD hingegen auf Gerechtigkeit. Komische Alternative. Wenn man die Wahl zwischen beidem hat, wird sich doch wohl jeder vernünftige Mensch für die Freiheit entscheiden, oder ? Naja, den meisten scheint das nicht so eindeutig zu sein, wie mir. Sie ist leider ziemlich heruntergekommen, die Freiheit. Kein Wunder, wenn ausgerechnet die Partei, die nichts so sehr fürchtet, wie freie Menschen - also solche, die vom vorgegeben Pfad deutscher Spießbürgerlichkeit (heute: Leitkultur) abweichen - sich als letzte Verfechterin der Freiheit aufführen kann. Von der SPD ist da nichts zu hoffen - wie alle staatstragenden Linken seit Marx opfert sie gerne die Freiheit, um dann durchzusetzen, was sei für gerecht hält. Aber leider ist sie damit nur Sprachrohr von vielen Leuten, die mit ihrer Freiheit eben auch gar nix anzufangen wissen und denen sie auch völlig egal ist. So erklärt sich auch die Sehnsucht zurück nach DDR-Zeiten: Ist ja tatsächlich auch egal, ob man in einem totalitären oder in einem freien Land vor der Glotze hockt. Wenn Freiheit nichts anderes ist als die Wahl zwischen links- und rechtsdrehenden Joghurtkulturen (oder ähnlich weit reichenden Dingen), dann braucht die ja wirklich kein Mensch. Trotzdem bleibt das Wort an sich schon schön: Freiheit. Vielleicht erlebt sie ja irgendwann ein Comeback.

Sonntag, 20. August 2006

Hausarbeit verschwunden!

Eine neue Studie hat ergeben, dass Frauen heute 5 Stunden pro Woche weniger Hausarbeit machen als noch 1992, Männer hingegen nur 4 Minuten mehr. Fragt sich also: Was ist mit all der Arbeit passiert? Bei etwa 20 Mio erwachsenen Frauen in Deutschland wären in den letzten 14 Jahren schließlich sage und schreibe 100 Mio Hausarbeitsstunden in der Woche einfach verschwunden. Ein Teil davon ist sicher "outgesourct" worden, an bezahlte Putzfrauen zum Beispiel. Ein anderer Teil wurde vermutlich wegrationalisiert: Mehr Unterhosen als früher landen wohl ungebügelt in der Schublade, und in den Ecken wird nur noch 2x im Jahr geputzt. Andererseits war die überpenibel-adrette Hausfrau mit Kittelschürze auch 1992 schon passé. Wenn der Trend so weitergeht - und dafür spricht vieles, wenn ich mich selbst so anschaue - müssen wir uns vielleicht irgenwann Gedanken um die Qualitätssicherung machen. Oder kommt doch irgendwann das Essen aus der Tube?

http://www.taz.de/pt/2006/07/25/a0079.1/text.ges,1

Sonntag, 13. August 2006

Coca Cola - Zero Gehirn

Coca Cola will jetzt auch die Jungs vom kalorienfreien Trinken überzeugen: "Zero Zucker" soll das neue Gebräu enthalten (was ja nix neues ist, seit es Cola light gibt). Interessant ist hingegen die Kampagne, die zur Zeit überall plakatiert ist und die geheimsten Wünsche junger Männer ausspricht: Eine Freundin mit Zero "Wir müssen reden" nämlich. Eine Freundin, die reden will, als Horrorvision? Das lässt ja tief blicken. Mein Eindruck: Zero Gehirn bei den Kampagnenmachern. Den Mädels kann man da nur empfehlen, auf Bionade umzusteigen. Das liegt sowieso im Trend und ist allemal besser, als auf's reden zu verzichten.