Mittwoch, 9. Mai 2007

Wie wir in Zukunft arbeiten

In der aktuellen Ausgabe von http://www.brandeins.de/ gibt es einen interessanten Artikel über den Trend, Arbeitszeiten nicht mehr zu kontrollieren, sondern es den Angestellten selbst zu überlassen, wann und wo sie arbeiten (mit Mail und Handy kann man das ja von überall aus). "Große Freiheit" ist der Artikel überschrieben, und natürlich bedeutet es einen Gewinn an Freiheit, wenn ich nicht mehr jeden Tag acht Stunden am Schreibtisch sitzen muss, sondern arbeiten kann, wo und wann ich will. Natürlich muss die Arbeit geschafft werden - Ausreden, warum man was nicht geschafft hat, gelten nicht!
Wenn das so kommt (und der Trend dazu ist ja auch hierzulande längst unübersehbar) dann bedeutet das aber eine grundsätzliche Veränderung des Arbeitslebens. Im Prinzip ist es die Einführung der Akkordarbeit im Angestelltenleben. Nur die fittesten werden dann überleben, also die, die ihre Arbeit in relativ kurzer Zeit schaffen. Die Langsameren werden rausgekickt, oder sie müssen eben länger arbeiten, bis sie umfallen. Das heißt, es ist auch ein Programm zur Effizienzsteigerung: Acht Stunden am Schreibtisch sitzen reicht nicht mehr, es muss etwas geleistet werden. Im Prinzip ist das ja gut. Aber: Was passiert mit den Unfitten? Denen, die nicht aus Faulheit, sondern einfach so nicht schnell genug sind? Wer legt fest, wie viel Arbeit man an einem Tag schaffen muss? Es werden die Schnellsten und Besten sein, die hier das Maß vorgeben.
Deshalb muss eine solche totale Freiheit, die ich gut finde, auf der anderen Seite ein Grundeinkommen haben: Damit auch die Langsamen, die nicht so Smarten und Fitten, erstens Geld zum Leben haben und zweitens die Möglichkeit, vielleicht weniger zu arbeiten für entsprechend weniger Geld.

1 Kommentar:

Margarete Noack hat gesagt…

Was passiert mit den Unfitten?
Nichts, sie werden dann halt nur keine Beamten. Die anderen sind längst davon betroffen und keiner kümmert sich um sie.

Wir leben doch bereits in einer Gesellschaft, wo die einen auf dem Berg der Verklärung ihre Zelte aufschlagen und die anderen unterhalb des Berges auf Jesus warten.
Sie flehen: Auch wir haben nur dieses eine Leben! Wir sind am verzweifeln, weil Jesus inzwischen seine Sexgeschichten erzählen soll und Nacktfotos macht, damit die Spassgesellschaft Abwechslung hat, die Theologen und Innen gefüllte Kirche bekommen.
Sie müssen doch auch essen...
...und schon sind auch die Menschenfänger unterwegs.
Die wollen auch auf den Berg...